Die 11 Bäume, von denen sich später 6 als Sumpfzypressen offenbaren, sofort in einen freien Kübel eingepflanzt. Die bereits vorhandene Kübelpflanzenerde mit angeblich hohem Wasserspeichervermögen, kleine Kieselsteine zur Drainage und Keramikscherben zum Abdecken der Löcher verwendet.
Stimmt einen nur kurz gelassen, dass sich bei einer Internetrecherche der Urweltmammutbaum als der für Anfänger geeignetste Mammutbaum und die Sumpfzypresse als dessen naher Verwandter herausstellen. Letztlich erhöht das den Erfolgsdruck nur noch mehr.
Im Sommer jeden Morgen gegossen bis unten Wasser austrat. Zusätzlich bei Bemerken eines hin und wieder vorkommenden Köpfe-hängen-lassens am Abend. Standort: Rhein-Neckar-Kreis, ca. 200m ü. NN, in einer Süd-West-Ecke des Hauses auf Steinpflaster mit direkter Sonne ab ca. 13 Uhr, also Backofenklima.
Bild 1: Sämlinge
Die Eltern.
Bild 2: Luisenpark Mannheim
2. Umpflanzen August 2007
Unerwarteter Weise sehen noch alle Bäume lebendig aus. Wegen des dadurch akuten Platzmangels in den mittlerweile 3 Kübeln kommen die 6 kleinsten Bäume trotz der relativ späten Jahreszeit in Schalen. Jetzt sind auch die Sumpfzypressen deutlich von den Urweltmammutbäumen unterscheidbar.
Bild 3: Jungpflanzen in Kübeln
Das Substrat von diesen Bäumen vorsichtig unter Wasser entfernt, um möglichst keine feinen Wurzeln zu verlieren. Die schon zu weit senkrecht nach unten gewachsenen Pfahlwurzeln mit einer Haushaltsschere gekürzt, aber nur so, dass die übrigen Wurzeln noch ausreichend erscheinen. Die Bäume in unglasierte, 3cm hohe Untersetzer eingepflanzt; je 4 12er Löcher selbst gebohrt. Drainageschicht jetzt aus Lehmgranulat, darüber ca. 2cm handelsübliche Bonsaierde. Die restlichen Wurzeln auf der Erde möglichst gleichmäßig zu allen Seiten verteilt, mit Erde bedeckt und mit Wasser angeschlämmt.
Bild 4: Wurzelschnitt
3. Bestandsaufnahme September 2007
Der größte Urweltmammutbaum ist so hoch wie breit - Stammhöhe und Astspannweite betragen 30cm.
Bild 5: Mammutbaum 2 im Kübel
Dagegen überlegen die Sumpfzypressen noch, ob sie mal einen ersten Ast riskieren. Die Stämme mit Nadeln haben den Vorteil, dass sie noch zu dritt in einen Kübel passen. Die größte ist 25cm hoch und 10cm breit.
Bild 6: Sumpfzypressen im Kübel
Die kleinen Bonsai haben den sehr frühen Wurzelschnit sowie die ersten Sturmböen und Wolkenbrüche erstaunlich schadlos überstanden. Weil sie beim Einsetzen in die Schalen zu wenig Wurzeln und zu dünne Stämme hatten, als dass man sie mit Draht in den Schalen fixieren könnte, wurden sie samt Substrat durch Schaschlikstäbe am Fortfliegen oder Wegsschwimmen gehindert. Nebenbei verleihen die Stäbe dem Ganzen schon einmal einen asiatischen Touch und verringern die Verdunstung. Sie haben gerade so viel Abstand zueinander, dass Regen- und Gießwasser eindringt.
Bild 7: Mammutbaum 3 in flacher Schale
4. Frostschutz Winter 2007
Weil die Bäume auch im Winter draußen bleiben, die Kübel und Schalen in gebrauchte, mit Styropor ausgekleidete Obstkisten gestellt und großzügig mit Rindenmulch bedeckt. Die Kübel zusätzlich mit Noppenfolie umhüllt. Noch ist für mich nicht ersichtlich, ob noch Leben in den Bäumen steckt. Die Erde ist trotz der Maßnahmen an vielen Tagen zumindest oberflächlich hart gefroren. Das seltene Gießen auf die weniger kalten Tage beschränkt.
Anfang März legen die Urweltmammutbäume voll los. Überall schießen grüne Pinsel aus den Bäumen. Da noch weitere Nächte mit Frost bevorstehen, sicherheitshalber alle Pflanzen im Wintergarten einquartiert. Anschließend die letzten Bäume aus Kübeln in Schalen gesetzt und allen Pflanzen einen Wurzelschnitt verpasst und neues Substrat gegeben; nun halb organisch, halb mineralisch. Alle bekommen ab jetzt einen bereits vorhandenen mineralischen Standardflüssigdünger (selten) und einen extra gekauften und für Bonsais empfohlenen organischen Feststoffdünger (permanent).
Bild 10: Mammutbaum 2 mit jungen Trieben
Sämtliche Schalen stehen jetzt auf mit Basaltsplitt gefüllten Untersetzern. In diesen steht Wasser zur Kühlung und Befeuchtung der Schalen.
Bild 11: Untersetzer für die Bonsaischalen
Selbstverständlich dauert es nachdem die Bonsais wieder draußen sind nicht lange bis der Winter zurückkommt.
Bild 12: Mammutbaum 2, Wintereinbruch nach Austrieb
6. Schäden April 2008
Entweder als Folge der Winterrückkehr nach dem Treiben der Bäume oder des späten und radikalen Wurzelschnitts an den beiden größten Urweltmammutbäumen, die im vorigen Monat als letztes aus Kübeln in Schalen gesetzt wurden, haben diese einige Schäden davon getragen. Die drei kleinen sind hingegen völlig unbeschadet.
Die vertrockneten Triebe an sämtlichen Ästen und braunen Blattspitzen ergeben beim kleineren der beiden einen recht unschönen Anblick.
Bild 13: Mammutbaum 1 mit Schäden
Die Spitze dieses Bonsais wird sich nicht mehr erholen, so dass der linke obere Ast diese Aufgabe übernehmen wird.
Bild 14: Mammutbaum 1 mit Schäden
Der größere der beiden Bonsais hat nur an zwei Ästen einige seiner Triebe aufgegeben, seine Spitze ist schadlos.
Bild 15: Mammutbaum 2 mit Schäden
Bild 16: Mammutbaum 2 mit Schäden
7. Austrieb der Sumpfzypressen April 2008
Ganze 7 Wochen nach den Urweltmammutbäumen erwachen nun endlich auch die Sumpfzypressen. Ob das noch reicht, auch mal einen ersten Ast zu entwickeln?
Bild 17: Sumpfzypresse mit jungen Trieben
8. Bemoosen April 2008
An mehreren, der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzten Stellen verschiedene Arten Moos gesammelt, einige Tage getrocknet, fein zerbröselt, auf das Substrat gestreut und täglich besprüht. Wenige Wochen später entsteht ein sichtbarer Moosteppich.
Bild 18: Bemoosen des Substrats
9. Erreichen der Endhöhe Mai 2008
Nach Aufnahme des Fotos die Spitze dieses ca. 50cm hohen Bonsais gekappt, seine Äste gekürzt und ihn in eine beitere Schale gesetzt. Direkt unterhalb jedes Astes vom Vorjahr bildet der Urweltmammutbaum einen weiteren Ast aus. Diese Äste vorerst alle stehen gelassen.
Bild 19: Mammubaum 2
Unglücklicherweise dritteln sich die Baumspitzen an 2 Sumpfzypressen, wie im Bild 20 links und im Bild 21 zu sehen. An diesen beiden Sumpfzypressen zwei der drei Spitzen entfernt.
Bild 20: Sumpfzypresse mit drei und mit einer Spitze
Bild 21: Sumpfzypresse mit drei Spitzen
Um herauszufinden, ob diese Baumart wirklich Staunässe verträgt oder sogar in einer Schale Atemknie ausbildet, die kleinste von nun an dauerhaft in Wasser gesetzt.
Bild 22: Sumpfzypresse mit nassen Füßen
10. Bestandsaufnahme September 2008
Alle Bonsais sind ca. 50cm hoch und wurden bereits mehrfach beschnitten.
Bild 23: Mammutbaum 2
Bild 24: Mammutbaum 1
11. Frostschutz November 2008
Diesen Winter statt in Rindenmulch alle Bonsais einfach in Laub gebettet.
Bild 25: Winterschutz
Bild 26: Mammutbaum 2 in Herbstfärbung
12. Wurzelschnitt März 2009
Als Anfang März die Knospen beginnen leicht anzuschwellen, alle Bonsais mit Wurzelschnitt frisch eingeschalt, das alte Substrat mit frischem aufgefüllt und die Oberflächen neu bemoost. Aus diversen Gründen auf die Düngerkörbchen verzichtet und den Feststoffdünger einfach nur auf die Erde gelegt und leicht angedrückt. Die Bonsais bleiben jetzt im Wintergarten, bis sich ausreichend Moos gebildet hat.
Bild 27: Mammutbaum 3 vor Wurzelschnitt
Nach der Aufnahme des nächsten Fotos die dickeren Wurzeln auf der Unterseite des Ballens doch noch weiter zurück geschnitten, um den Baum wieder in seine 3cm flache Schale einsetzen zu können.
Bild 28: Mammutbaum 3 nach Wurzelschnitt
Schier unglaublich wie dicht so ein Urweltmammutbaum austreibt.
Bild 29: Mammutbaum 2 mit jungen Trieben
13. Volles Laub Mai 2009
Alle Urweltmammutbäume haben eine Höhe von ca. 50cm und einen Stamm von ca. 1cm Durchmesser.